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Auslobung
 

IDEENWETTBEWERB

für Studierende

der Fachhochschule Köln
-
Fachbereich Architektur, Städtebau und Regionalplanung

und der Universität Essen
- Fachbereich 9 Bio- und Geowissenschaften, Landschaftsarchitektur

 

INHALT

 

WETTBEWERBSVERFAHREN

1.1   Anlass des Wettbewerbs

1.2   Auslober

1.3   Wettbewerbsgegenstand

1.4   Wettbewerbsart

1.5   Teilnahmeberechtigung

1.6   Preisgericht

1.7   Preise

1.8   Termine

 

WETTBEWERBSAUFGABE

2.1   Geschichte

2.2   Städtebauliche Situation

2.3   Der Stadtgarten

2.4   Wettbewerbsaufgabe

2.5   Wettbewerbsleistung

 

 

WETTBEWERBSVERFAHREN

 

1.1 Anlass des Ideenwettbewerbs

Der im Jahre 1827 angelegte Stadtgarten ist die älteste Parkanlage in Köln. Die Entwicklung dieser Parkanlage spiegelt die wechselnden städtebaulichen und grünplanerischen  Vorstellungen der jeweiligen Zeitepochen in eindrucksvoller Weise wieder. Die Eintragung in die Denkmalschutzliste des Stadtkonservators ist Ausdruck für diese Tatsache. Gleichzeitig weist die Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet auf die Bedeutung der Parkanlage für Natur und Landschaft hin.
In erster Linie ist der Park aber nutzbare Freifläche für die Kölner Bevölkerung.
Die heutige Situation des Stadtgartens ist geprägt durch die noch zum Teil sichtbaren Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs, das durch die neuzeitliche Stadterweiterung geprägte städtebauliche Umfeld, die unmittelbare Lage an der stark befahrenen Bundesbahnstrecke sowie
die stark frequentierte Stadtgarten Gastronomie und dem hohen Nutzungsdruck durch die Bevölkerung. Gestalterische und funktionale Mängel sind die Folge.

Der am 21.06.2000 gegründete Verein PRO STADTGARTEN e.V. hat sich die Pflege der ältesten Kölner Grünanlage zum Ziel gesetzt. Der Verein PRO STADTGARTEN schreibt diesen Wettbewerb aus. Die Ergebnisse des Wettbewerbs sollen gestalterische Ideen und Lösungsansätze für die weitere Entwicklung der Parkanlage und des städtebaulichen Umfeldes aufzeigen, die Grundlage für die zukünftige Arbeit des Vereins sind.

 

1.2 Auslober

PRO STADTGARTEN e.V.

Venloer Straße 30
50672 Köln
Tel.: 0221/ 9 52 14 26
www.prostadtgarten.de
felixrichard@prostadtgarten.de

 

1.3 Wettbewerbsgegenstand

Die Grünanlage Stadtgarten mit ihrem näheren städtebaulichen Umfeld. Das Wettbewerbsgebiet wird begrenzt durch die Strassen: Venloer Wall, Gladbacher Strasse, Kaiser-Wilhelm- bzw. Hohenzollernring, Venloer Strasse.

 

1.4 Wettbewerbsart

Der Wettbewerb wird als betreuter Ideenwettbewerb für Studenten und Studentinnen durchgeführt.
Es sollen 10 Arbeitsgruppen mit jeweils 3 Teilnehmern gebildet werden. Angestrebt wird eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Im Rahmen der Vorgaben können die Arbeitsgruppen eigene Bearbeitungsschwerpunkte definieren.
Die Studenten/innen werden während des Workshops durch Herrn Prof. Prinz, Herrn Prof. Riese und städtische Mitarbeiter begleitet.
Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden dem Auslober für seine weitere Arbeit zur Verfügung gestellt.

 

1.5 Teilnahmeberechtigte

Studenten/innen der Fachhochschule Köln - Fachbereich Architektur, Städtebau und Regionalplanung sowie der Universität Essen - Fachbereich 9 Bio- und Geowissenschaften, Landschaftsarchitektur.

 

1.6 Preisgericht

Preisrichter:

A. Spizig
Bürgermeisterin der Stadt Köln

G. Bermbach
Landschaftsarchitekt

F. Richard
Pro Stadtgarten e.V.

B. Mevenkamp
CDU Fraktionsvorsitzender BV1

N. von der Grün
Stadtgarten Betriebs GmbH

Dr. B. Precht von Taboritzki
Rheinischer Verein für Denkmalpflege und
Landschaftsschutz

Dr. H. Meynen
Stadtkonservator

Dr. J. Bauer
Amt für Landschaftspflege und Grünflächen

 

1.7 Preisgelder

1. Preis     1.500 DM

2. Preis     1.000 DM

3. Preis        750 DM

1 Ankauf       200 DM

 

1.8 Termine / Ort / Sonstiges

Workshop   12.03. - 16.03.2001
Im
Kirchenraum der Christuskirche , Herwarthstraße

Ausgabe   12.03.2001  10.00 Uhr
mit anschließendem Rundgang durch das Wettbewerbsgebiet

Forum Stadt-Garten 14.03.2001  19.00 Uhr
öffentliches Diskussionsforum mit Experten zum Thema “historische Grünanlagen und heutige Nutzung” (gesonderte Ankündigung)

Abgabe   16.03.2001  12.00 Uhr

Preisgericht   16.03.2001  12.30 Uhr

Preisverleihung  16.03.2001  15.30 Uhr

Vorstellung der Arbeiten für die Presse  16.00 Uhr
anschließend Diskussion der Ergebnisse mit dem Auslober, den Preisrichtern und den Studenten/innen bei Buffet &
Musik

Den Teilnehmern wird ein Unkostenbeitrag von 100 DM (pro Teilnehmer) für die Beschaffung von Hilfsmitteln und Material zur Verfügung gestellt. Verpflegung (Brötchen, Mittagessen, Wasser, Kaffe) wird vom Auslober gestellt.

Es ist vorgesehen, die Ergebnisse des Wettbewerbs im Rahmen einer Ausstellung bzw. Broschüre zu präsentieren.

 

 

WETTBEWERBSAUFGABE

 

2.1 Geschichte

Stadtgarten (Meynen)

Der Stadtgarten, der älteste noch erhaltene Kölner Park, geht auf die Initiative der ”Commission für öffentliche Anlagen und Verschönerungen der Stadt” zurück. In der Sitzung des Stadtrates vom 29.05.1826 betonte der damalige Oberbürgermeister Steinberger den ”allgemein beklagten Mangel an öffentlichen Anlagen”. Auf Empfehlung des Verschönerungsvereins kaufte die Stadt Köln am 18.12.1826 von der Festungsbehörde das sog. Ziegelfeld, ein 11 ha großes, außerhalb der Umwallung liegendes Gelände, das an den Bischofsweg und die Venloer Straße angrenzte. In den beiden darauffolgenden Jahren legte Jacob Greiß eine 3 ha große Parkanlage mit westlich angrenzender, 8 ha großer Baumschule an. Die Parkanlage war anfangs mehr ein ”Blumengarten mit wenigen Wegen”  und vermutlich einigen Platanen, Lärchen, Kiefern und Kastanien.

Von 1827 bis 1837 unterhielt und bewirtschaftete die Stadt den Garten und die Baumschule, die sie am 02.09.1839 der königlichen Regierung zur ”temporären Benutzung als Central-Baumschule für die Regierungsbezirke Köln, Aachen und Düsseldorf” übertrug. ”Die Baumschule genoß einen ausgezeichneten Ruf, insbesondere die Rosenzucht war über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.”  Die privatwirtschaftliche Konkurrenz führte in den 1850er Jahren zu Einnahmeverlusten der Baumschule und deshalb wurde ab 1861-1865 ihr Areal in eine Gartenanlage mit Waldcharakter umgewandelt. Diese Veränderung plante und beaufsichtigte der Stadtgärtner Anton Strauß. Kurz zuvor, im Jahre 1857, wurden bereits seltene Bäume aus dem früheren Botanischen Garten an der Maximinenstraße, der wegen des Hauptbahnhofbaues weichen mußte, in den Stadtgarten umgesetzt. Der öffentliche Parkteil wurde nun von Strauß zu einer Schmuck- und Zieranlage umgestaltet. 1866-67 errichtete Stadtbaumeister Raschdorff hier ein Restaurationsgebäude in Fachwerkbauweise. Das vorhandene alte Oekonomiegebäude wurde gleichzeitig renoviert, erhielt einen Aufbau und war nunmehr Wohnung des Stadtgärtners.

1882 mußte die Stadt 2 Hektar und 72 Ar an die Militärbehörde zur Herstellung der damaligen Umwallung abtreten und 1889 einen ähnlich großen Teil an die Eisenbahnverwaltung für die neue Führung der Eisenbahnlinie parallel zur Umwallung. Den knapp 6 ha großen, verbliebenen Parkteil gestaltete Kowallek 1888-1890 neu. Kowallek gab die sehr kleinteilige Gliederung von Strauß auf, auch wenn weiterhin die geschwungene Wegeführung prägend blieb. Ein Spielplatz für Kinder mit Brunnen und Spieltischen kam hinzu. Der Park selbst wurde damals nach den Straßen (Süden und Osten) hin durch ein eisernes Gitter, nach den Baugrundstücken im Norden durch eine Mauer und nach dem Eisenbahnwall im Westen durch eine lebende Hecke abgegrenzt.  Die Anzahl der Eingänge des Parks wurde von drei auf fünf erhöht. Er lag nunmehr in der seit 1881 entstandenen Neustadt. Eine Obergärtnerwohnung wurde im östlichen Parkbereich an der Spichernstraße errichtet. 1898 wurde ein neues Restaurationsgebäude mit anliegendem Gartenplatz erstellt. Schon von Beginn seines Bestehens war der Stadtgarten bei den Kölnern sehr beliebt. In der Literatur wird der Stadtgarten jeweils entsprechend gepriesen, so beispielsweise im Stadtanzeiger vom 16.08.1896 als ”Gartenanlage mit schönen landschaftlichen Bildern”. In der Zeitschrift Gartenwelt von 1905 wird die Verwendung von Stauden im Stadtgarten als ”mustergültig” herausgestellt. Es heißt hier weiter ”die großen Farngruppen unter den Bäumen, die malerische Anordnung schattenliebender Stauden, die buntblühenden Stauden vor den Gehölzgruppen, wie prächtig das alles ist.”  Encke bemerkt 1908 zum Stadtgarten: ”So ist der Stadtgarten durch seinen alten Baumbestand gekennzeichnet, unter welchem sich glatt geschorener üppiger Rasen ausbreitet. Ebenso zeichnet ihn das Bestreben aus, den zahlreichen auf kleinem Raume zusammengedrängten Besuchern eine reiche Auswahl schön belaubter oder blütenprächtiger Kräuter zu zeigen und so durch Reichhaltigkeit an Pflanzenschätzen die geringe Ausdehnung zu ersetzen.”  In einem Führer von 1911 heißt es: ”Wie herrlich läßt es sich hier auf wohl gepflegten Wegen unter alten, teils seltenen Bäumen mit breitästigen Kronen lustwandeln oder auf den Bänken ausruhen! Dort steht eine Platane, die zwei Männer kaum umspannen können, hier duftet ein Lindenbaum; eine Paulownie breitet ihre großen Blätter schirmförmig aus; ja sogar der in China und Japan heimische Gingko biloba, der den Übergang zwischen Laub- und Nadelholz bildet, ist hier vertreten.”

 

2.2 Städtebauliche Situation

Die heutige Lage des Stadtgartens im Stadtgebiet ist geprägt durch die städtebauliche Entwicklung der letzten beiden Jahrhunderte.
Außerhalb der Stadtmauer im Bereich des 1815 angelegten Fortgürtels angelegt, liegt der Stadtgarten zunächst nahe eines Forts auf freiem Feld. Die vorrangige Nutzung als Baumschule und nur eines geringeren Teils als Parkanlage kennzeichnet die Bedeutung öffentlicher Grünflächen in jener Zeit.
Mitte des 19. Jahrhunderts erfährt der Stadtgarten eine erste Zäsur durch Anlage der Eisenbahntrasse. Gleichzeitig ist hiermit auch die Aufgabe der Baumschule verbunden sowie die Umgestaltung der Fläche zu einer städtischen Parkanlage.
Die städtebauliche Gestaltung des Umfeldes erfolgt im Zuge der neuzeitlichen Stadterweiterung. Der Stadtgarten wird in die Gesamtkonzeption der Stadterweiterung eingebunden und bildet mit der Ringstrasse, dem Königsplatz sowie dem Volksgarten die Grundstruktur des heutigen Grünsystems.
Bei der Ausformung der Stadterweiterung geht Stübben auf die vorgefundene Situation des Parks ein und richtet das System der Erschließungsstrassen und die Lage der öffentlichen Gebäude und Plätze auf diesen aus. Noch heute ist dies an der
Achse Herwarthstr. Kaiser-Wilhelm-Ring deutlich ablesbar.
Der Stadtgarten blieb trotz der Konzeption Schumachers für ein zusammenhängendes Grünsystem bis in unsere Zeit hinein eine solitäre Grünanlage. Erst mit dem Ausbau des MediaParks und der Schaffung einer Überquerung der Gladbacher Straße konnte der Park an den Inneren Grüngürtel angebunden werden.

Hervorzuhebende städtebauliche Situationen

- St. Alban. Nach dem Zweiten Weltkrieg erbaut. Architekt Schilling.

- Christuskirche Herwarthstr.

- Westbahnhof

- Kaiser-Wilhelm-Ring.

Die städtebauliche Gestalt der Ringstrasse ist Teil der Neustadtplanung von Hermann Josef Stübben aus dem Jahre 1880. Den gärtnerischen Entwurf für den Kaiser-Wilhelm-Ring fertigte ab 1888 Adolf Kowallek.

 

2.3 Der Stadtgarten

Der Stadtgarten ist bis heute in seiner Grundstruktur erhalten geblieben. Deutlich ablesbar ist das geschwungene Wegessystem sowie die lockere Stellung der Einzelbäume. Die den Park umgebende Einfriedung ist im Bereich der Spichern Straße zum Teil noch erhalten, ebenso das Gärtnerwohnhaus.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Parkanlage stark in Mitleidenschaft gezogen. Vor dem Krieg wurde vermutlich der Bunker an der Spichern Str. - Gilbachstr. errichtet. Nach dem Krieg wurde die Gastronomie an der Venloer Straße neu aufgebaut. Der Bereich Venloer Straße - Bahndamm wurde in einen Spielbereich umgestaltet. Die Kirche St. Alban wurde in dem Bereich errichtet, indem sich eine Gärtnerunterkunft befand. Direkt nach dem Krieg war hier eine Kleingartenmusteranlage.

In der Folgezeit gab es kaum nennenswerte bauliche Veränderungen im Stadtgarten.

Der Stadtgarten ist in die Denkmalschutzliste des Stadtkonservators eingetragen und über den Landschaftsplan als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Die heutige Situation der Parkanlage ist geprägt durch:

- die Gastronomie an der Venloer Strasse und den Biergarten

- eine intensive Nutzung der Grünfläche, vor allem in den    Sommermonaten

- einen schlechten Pflegezustand

- gestalterische Mängel innerhalb der Parkanlage und an ihren Rändern

 

2.4 Wettbewerbsaufgabe

Das Wettbewerbsgebiet umfasst die Parkanlage Stadtgarten sowie das nähere städtebauliche Umfeld im Bereich - Innerer Grüngürtel Venloer Wall - Gladbacher Strasse - Ringe - Venloer Strasse.

Die Wettbewerbsaufgabe unterteilt sich in zwei Ebenen:

Die städtebauliche Einbindung des Stadtgartens
Die heutige städtebauliche Einbindung des Parks in das Umfeld weist sowohl funktionale als auch gestalterische Mängel auf. Hierbei ist die bauliche Struktur des Umfeldes weitestgehend festgelegt. Im Bereich der Venloer Strasse entsteht zur Zeit ein Wohn- und Geschäftsgebäude.
Die öffentlichen Räume - Strassen und Plätze - hingegen bieten Potential zur Verbesserung der Situation.
Darüber hinaus ist die Verbindung mit anderen Grünflächen Innerer Grüngürtel, Media Park und Kaiser-Wilhelm-Ring zu verbessern.

Der Stadtgarten
Die unter Denkmalschutz stehende Parkanlage weist gestalterische und funktionale Mängel auf.
Insbesondere die Einbindung der Gastronomie und der dazugehörigen Flächen und Funktionen in die Gesamtanlage des Stadtgartens sollen im Rahmen des Wettbewerbs bearbeitet werden.
Unter Berücksichtigung der Funktion der Parkanlage als öffentliche Grünfläche ist eine weitere Öffnung des in den Sommermonaten stark frequentierten Biergartens in die Anlage, bzw. deren stärkere Abgrenzung, zu prüfen.
Darüber hinaus sollen die Ränder der Parkanlage und somit der Übergang in das bauliche Umfeld bearbeitet werden. Hierbei ist auf die gestalterische Ausbildung der Aus- und Eingänge besonders Wert zu legen.

 

2.5 Wettbewerbsleistung

1. Rahmenplan M 1:2.500 in dem die städtebauliche Einbindung des Stadtgartens  dargestellt ist.

2. Strukturkonzept M 1:500 für die Parkanlage

3. Detailausschnitt M 1:200 bzw. 1:100 zur Verdeutlichung der Entwurfsidee für einen frei gewählten Teilbereich 

Vorschläge:

Bereich Venloer Strasse - Eingang Stadtgarten, Vorgarten Gastronomie, Bahndamm

Bereich Bahndamm - Spielbereich, Übergang Innerer Grüngürtel

Bereich - Christuskirche, Gärtnerhaus, Spichernstrasse, Eingang Park

Bereich - Biergarten, Stadtgarten 

Durch Skizzen, Schnitte oder Ansichten können die Entwurfsvorschläge erläutert und ergänzt werden.

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