Zusammenfassung der Sitzung des PRO STADTGARTEN e.V.mit Grünfläche und Stadtkonservator in der Venloer Strasse 30, 50672 Köln,
am Dienstag, den 22. August 2000 um 16.00 Uhr Anwesend: Felix Richard (FR)Dr. Helga Arntz-Ross (AR) Susanne Richard (SR) ab 16.15 Uhr Dr. Meynen (Stadtkonservator) Dr. Bauer (Grünfläche)
Über die folgenden Dinge soll diskutiert werden:
o Portalo Bänke o Abfallkörbe o Glas- und Papiercontainer o Zuweisung einer Parzelle für umliegende Kinderbetreuungseinrichtungen o Forschung nach Entstehung und Entwicklung des Parks o langfristiges Konzept o
Entwicklung einer engen Zusammenarbeit zwischen Verein und Ämtern
Zunächst stellt Herr Bauer dem Verein Foto- und Kartenmaterial des Kölner Stadtgartens aus der Zeit seiner Entstehung - u.a. eine Ansicht des ursprünglichen Eingangstores der Parkanlage - zur
Verfügung, betont aber auch, daß sowohl er, als auch Frau Meynen „ein Problem mit dem Projekt Portal haben“. Weiterhin führt er aus, daß man es seitens der Ämter vielmehr für sinnvoll halte, einen
landschaftsarchitektonischen Wettbewerb auszuschreiben, welcher den gesamten
Eingangsbereich Venloer Straße inklusive des Erbpachtgrundstückes mit einbezieht. Als Ansprechpartner empfiehlt er Prof. Prinz von der FHS Köln (Architektur & Stadtplanung) und Prof. Riese von der FHS Essen (Landschaftsarchitektur). Neben einem Geldbetrag zwischen ein- und fünftausend DM, solle man dem Gewinner eine Ausstellung seiner Arbeit in einer öffentlich frequentierten und räumlich nahegelegenen Stätte in Aussicht stellen. Die Jury könne aus Vertretern des Stadtrates (Dr. Junge vom Ausschuß Umweltschutz und der 4. Bürgermeisterin Frau Spitzig), der Bezirksvertretung (Bezirksvorsteherin Elisabeth Thelen), der höheren Stadtverwaltung (Frau Hüllenkrämer) und dem Architekturkritiker des KÖLNER STADTANZEIGER Herrn Strodthoff bestehen. Überdies sei eine solche Ausschreibung eine gute Möglichkeit, die Vorhaben des Vereins publik zu machen und die Öffentlichkeit mit einzubeziehen. Die anwesenden Gesprächsteilnehmer nehmen seine Anregungen positiv auf.
Im Folgenden weicht die Gesprächsrunde von der vorgesehenen Tagesordnung ab und beschäftigt sich zunächst mit dem sinnvollen Aufbau eines langfristigen Konzepts des Vereines. Sowohl
Herr Bauer als auch Frau Meynen legen dem Verein nahe, sich zunächst um eine regelmäßige Präsenz in den Medien und die Erforschung der Stadtgarten-Geschichte zu kümmern. Frau Meynen berichtet, daß sich
möglicherweise eine Studentin der Aufgabe der Geschichtsforschung widmet, und, im Falle der Annahme des Themas, im Frühjahr kommenden Jahres Resultate auf dem Tisch lägen. Auf der Grundlage einer solchen
Arbeit könne dann die noch ausstehende Bewertung der Grünanlage erfolgen. Den Aufruf an die älteren Mitbürger unserer Stadt in der geplanten Presseerklärung begrüßen beide. Ideen werden spontan geäußert.
v Die Rubrik „Für Sie am Telefon“ der KÖLNISCHEN RUNDSCHAU bietet eine erfolgversprechende Möglichkeit an
Aufnahmen vergangener Tage des Stadtgartens aus familiären Fotoarchiven zu gelangen. Ansprechpartner (Redakteur) ist Herr Biemann. (FR)v Der Verein für Denkmalschutz (Frau Barbara Precht von Taboritzki) bietet u.U. ein Forum mit seiner Aktion „Denkmal des Monats“. (AR) v Zum Zwecke der Geschichtsforschung bieten sich folgende Institute an: das Historische Archiv in der Severinsstraße und
das Rheinische Bildarchiv (Adresse reicht Frau Meynen nach). v Herr Bauer empfiehlt eine Parkbegehung
mit Bezirksvertreterin Elisabeth Thelen und Grüningenieur Herrn Becker, um Missstände sichtbar zu machen. v Wiederum Herr Bauer zeichnet die Vision einer pfiffigen Müllentsorgungsaktion beispielsweise mittels Gasluftballons auf.
Es wird kurz über mögliche Sponsoren diskutiert. Neben WEINGARTEN und GERLING fällt in diesem Zusammenhang erstmalig der Name LAMMERTING. AR und FR beklagen die Zustände der brachliegenden Baustelle des
altes Gärtnerhauses. Frau Meynen verspricht sich in der Sache schlau zu machen und dann zu berichten. AR erinnert an ehemals angebrachte Schilder im Park, die den Spaziergängern Beschreibungen der
teilweise exotischen Gewächse lieferten. Dies solle man wieder aufgreifen. Zuletzt beschäftigt sich die Versammlung mit dem Punkt Glas- und Papiercontainer. Zuständig, so Herr Bauer, sind
die Abfall- und Wirtschaftsbetriebe, u.a. die Firma TRIENIKENS. Den Vereinsmitgliedern ist unklar, ob, wie und mit welchem zu erwartenden Ergebnis die Firma angesprochen werden sollte. Frau Dr. Meynen und
Frau Dr. Arntz-Ross verabschieden sich. Herr Dr. Bauer, SR und FR machen die Parkbegehung. Am Eingang Venloer/Spichernstraße weisen SR und
FR auf die versprochene, aber leider noch ausstehende, Pflanzung einer zweiten japanischen Kirsche hin. Herr Bauer nickt.Im Verlauf des Rundganges sprechen Herr Bauer und FR über die
Zuweisung einer Parzelle für umliegende Kinderbetreuungseinrichtungen. Herr Bauer nennt zwei Gründe, die gegen eine dauerhafte Einrichtung sprechen. Zum Einen sei die Einrichtung einer Pflanzschule dem
Erscheinungsbild dieses Parks unangemessen, zum Anderen zeigten die Erfahrungen ähnlicher Aktionen in der Vergangenheit, daß in der Regel der anfängliche Enthusiasmus sehr bald einer lästigen
Pflichterfüllung weicht. Empfehlenswerter seien kurzfristige Aktionen. Im Verlaufe der Begehung nehmen diesbezüglich drei Ideen Gestalt an. Zunächst wird eine Stelle nahe der Ecke Spichern/Gilbachstraße
besichtigt. Hier hat eine Sondergenehmigung für einfahrende Baufahrzeuge dazu geführt, daß ein ehemals dicht bewachsenes Areal kahl geschlagen bzw. niedergetrampelt und nicht wieder aufgeforstet wurde. Herr
Bauer will zunächst prüfen, mit welchen Auflagen diese Genehmigung erteilt und ob diese erfüllt wurden. Des weiteren sagte er eine Bepflanzung mit Buschwerk in lockerer Anhäufung zu. Diese könne auch im
Rahmen einer einmaligen Aktion von den Kindern umliegender Betreuungsanstalten vorgenommen werden; die Büsche stellt die Stadt. Der Spaziergang führt die Beteiligten an zwei majestätisch miteinander
verwachsenen Platanen vorbei. Hier entwickelt Herr Bauer eine Idee, die dem Wunsch AR’s folgt. Herrn Kittlass von der Grünfläche könne man sicherlich dazu überreden, einer Gruppe ausgewählter Lehrer und
Kinder Anschauungsunterricht vor Ort zu erteilen, um dann die Kinder mit Hilfe der erworbenen Kenntnisse Schilder mit den Namen der bedeutsamsten Gewächse anzufertigen zu lassen. FR sagt zu, in dieser Sache
mit Herrn Kittlass und den Kinderbetreuern Kontakt aufzunehmen. Die Besichtigung der drei Kinderspielplätze führt zu folgenden Ergebnissen. Lediglich der am tiefsten im Park gelegene Platz wird von Müttern und Kindern angenommen. Es liegt also auf der Hand, diesen einen aufzuwerten und die
beiden anderen einer neuen Nutzungsmöglichkeit zuzuführen. Der mittlere Platz ist umzäunt
und weist drei kreisrunde umziegelte Sandkästen auf. Vorstellbar wäre, diesen Ort für ältere Mitbürger herzurichten; der Sand könnte gegen Erde getauscht und mit blühenden Pflanzen bestückt werden. Hier böte
sich die dritte Möglichkeit einer Kinderaktion an; die Kinder pflanzen die Blumen (z.B. Osterglocken oder Narzissen), die Stadt stellt das Material. Die beiden verrotteten Schaukelpferdchen müssten entfernt
und drei bis vier Parkbänke aufgestellt werden. Durch Beschneidung des wuchernden Buschwerks würde wieder eine schöne Aussicht auf den Park hergestellt und eine Oase für verweilende Spaziergänger geschaffen.
Außerdem würden die teilweise zugewachsenen, mit Platten versehenen Pfade wieder heller und freundlicher. Für den dritten und hässlichsten, weil in unmittelbarer Nähe zu Glas- und Papiercontainern gelegenen Platz, entwickelt Herr Bauer die vielleicht aufwendigste und
kostenintensivste Idee. Mit Hilfe von Sponsorengeldern und Werbeaktionen namhafter Sportartikelhersteller (WEINGARTEN weil nah, NIKE weil reich) könnte hier eine kleine Trend-Sportanlage entstehen. Voll im
Trend läge beispielsweise ein einzelner Basketballkorb, der zum Bahndamm hin errichtet und mit einem kleinen befestigten Vorhof versehen werden kann. Eine Tischtennisplatte steht schon. Der einbetonierte
Sandkasten sollte abgerissen werden. Möglicherweise könnten diese Maßnahmen dazu führen, daß alt und jung dicht nebeneinander Entspannung im Park findet. Außerdem entstünde erstmals etwas alle Jahre wieder
Blühendes, ohne das eigentliche Erscheinungsbild dieses alten Laubbaum-Parks zu stören.Am Ausgang zum Westbahnhof angekommen, trifft beim Anblick der Glas- und Papiercontainer
selbst Herrn Bauer fast der Schlag. Diese müssen unbedingt verschwinden. Zudem ist die unmittelbare Nähe zu einem großen gastronomischen Betrieb äußerst fragwürdig. Herr Bauer verspricht sich darum zu kümmern. Die Container auf dem dahinterliegenden Erbpachtgrundstück sind Sache der Stadtgarten GmbH. Hier sollte eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Die ehemals angedachte Berankung der hässlichen Kisten ist laut Herrn Bauer keine.
Sitzung und Begehung enden gegen 19.00 Uhr
FR 23/08/00 |