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Vortrag PF

Entwicklung der Stadtgarten-Problematik aus Sicht der Anwohner
von Pit Falkenstein

Klagen über nächtliche Lärmbelästigung durch den Biergarten-Betrieb im Stadtgarten gibt es schon seit zehn Jahren, zuerst vereinzelt, danach immer häufiger. Zu einem Höhepunkt kam es am Sonntag, 17. August 1997, als sich die Betreiber des Biergartens ohne Erlaubnis an das Ringfest anhängten und - finanziell unterstützt von einem Zigarettenhersteller - ein „Picknick“ veranstalteten, das zu einer achtstündigen ohrenzerfetzenden Lärmorgie ausartete. Nach ungezählten Beschwerden kam endlich die Polizei und erklärte, nichts ausrichten zu können, weil sonst eine Massenschlägerei mit vielen Verletzten zu befürchten sei.

Danach taten sich Anwohner der Venloer und Spichernstraße zusammen, um über Abhilfe zu reden. Es wurde beschlossen,  daß betroffene Haus- und Wohnungseigentümer vor dem Kölner Verwaltungsgericht gemeinschaftlich gegen die Stadt Köln klagen. Die Stadt sollte gezwungen werden zu überwachen, daß die in der Konzession für den Betrieb des Biergartens verankerte Sperrzeit ab 22 Uhr eingehalten wird.

Die Klage, die immer noch anhängig ist, fruchtete zuerst gar nichts. Schloß der Biergarten im Sommer vor zwei Jahren noch regelmäßig um Mitternacht, so wurde der Betrieb bis weit nach 24 Uhr ausgedehnt. Beschwerden beim Ordnungsamt, beim Regierungspräsidenten, bei der Polizei waren erfolglos. Leserbriefe an die Kölner Zeitungen wurden unterschlagen.

Die unerlaubt großzügige Ausdehnung der Öffnungszeiten lockte zunehmend Jugendliche aus dem Umland an, die an lauen Abenden bis tief in die Nacht hinein mit zunehmender Lautstärke auf dem Gelände des Stadtgarten-Restaurants feierten. Zeitweise tummelten sich auf dem Gelände um das Restaurant, so eine amtliche Schätzung, an die 2 000 Besucher, die sich auch nach Schließung des Biergartens noch längst nicht verzogen, sondern sich in umliegenden Kiosken und Imbißstuben mit Speisen und Getränken versorgten. Häufig erst gegen 4 Uhr lösten sich die Gruppen auf. Es folgten laute Abschiedsrufe, Zuschlagen von Autotüren, kräftiges Gasgeben, manchmal auch ein fröhliches Motorradrennen - dann kehrte endlich Ruhe ein. Am Morgen drauf glich der unter Landschaftsschutz stehende Park einer Müllhalde.

Es ist festzustellen, daß sich in diesem Jahr die Dinge gebessert haben. Die Betreiber des Biergartens sind jetzt bemüht, pünktlich zu schließen. Es gibt Gespräche mit den Chefs des Stadtgarten-Restaurants. Gemeinsam wird über Lösungen nachgedacht. Ein Problem sind nach wie vor die Horden von Jugendlichen, die sich am Eingang zum Stadtgarten ballen und es als Gewohnheitsrecht ansehen, dort bis tief in die Nacht sich lautstark zu unterhalten. Viele von ihnen sind gar keine Gäste des Biergartens, sondern haben ihre Getränke mitgebracht.

 

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