Im Kartenbild
erscheint er wie eine zum Stadtzentrum gerichtete Erweiterungsfläche des Inneren Grüngürtels. Der ursprünglich 11 ha große Stadtgarten entstand in den Jahren 1827-1828 aus einer Provinzialbaumschule und ist somit die
älteste öffentliche Grünanlage Kölns rund 100 Jahre älter als der nahegelegene Innere Grüngürtel. Der Park wurde im Zuge des Eisenbahnbaus in den Jahren 1860-1864 stark verändert und unter dem bedeutenden Kölner
Gartenbaudirektor Adolf Kowallek völlig neu gestaltet. Durch die Bahnanlagen und den neu erbauten Westbahnhof verkleinerte sich die Fläche auf etwa 6 ha. Im Nordteil des Stadtgartens wurde 1968 an der Stelle eines
Wirtschaftshofes die Kirche St. Alban aus den Trümmerziegeln des alten Kölner Opernhauses errichtet.Der Stadtgarten ist, - ähnlich wie der Volksgarten - das typische Beispiel für eine Grünanlage, die zur
Zeit ihrer Begründung in erster Linie dem bürgerlichen Repräsentationsbedürfnis dienen sollte. Gartenstilistisch gehört er eher zur Kategorie der Landschaftsparks, deren Bepflanzung ein vergleichsweise reichhaltiges
Gehölzsortiment umfasst. Immerhin kann man im Stadtgarten 50 verschiedene (angepflanzte) Baumarten antreffen und dazu noch etwa ein halbes Dutzend Arten, die durch Verwilderung (Samenanflug) hinzugekommen sind.
Nadelgehölze sind Im Bestand deutlich unterrepräsentiert. Sie wurden immer nur punktuell oder als besonderer Blickfang eingesetzt. Bemerkenswert unter den einheimischen Gehölzen des Stadtgartens ist die Stechpalme oder
Hülse (Ilex aquifolium), eine Immergrüne Laubholzart, die zu den besonders landschaftstypischen Formen des Niederrheins und des Bergischen Landes gehört. In Deutschland reicht Ihr natürliches Verbreitungsgebiet
nur wenig auf das rechtsrheinische Gebiet hinüber. Verbreitungsschwerpunkt sind die eher atlantisch beeinflussten Klimaräume im westlichen und südwestlichen Mitteleuropa.
Die spontane Krautvegetation des
Stadtgartens setzt sich aus etwa 80 verschiedenen Arten zusammen, darunter überwiegend solchen, die sonst nur in Laubwäldern auftreten und somit für einen innerstädtischen Standort eine Besonderheit darstellen. Ein
Beispiel für diese Artengruppe sind die Große Sternmiere (Stellaria holostea) oder der HainAmpfer (Rumex sanguineus).
Wegen seiner vergleichsweise reichhaltigen Gehölzflora und als
älteste Kölner Parkanlage gilt der Stadtgarten auch nach den Ergebnissen der Stadtbiotopkartierung als besonders schutzwürdige Fläche.