Eine Befragung zu den Biergärten in Köln Der Stadtgarten an der Venloer Straße ist Kölns beliebtester Biergarten noch vor dem Volksgarten
in der Südstadt. Das zeigt eine Studie von Franz Bauske vom Zentralarchiv für Empirische Sozialforschung an der Universität zu Köln. Trotz nicht gerade weniger Regentage im Rheinland gibt es ein großes Bedürfnis der
Kölner nach dem besonderen Open-Air-Vergnügen. Positive Assoziationen wie Sommer und Sonne verleihen dem Biergarten Vorteile gegenüber der Gaststätte.
Der Wunsch nach einem lauen Abend unter freiem Himmel und
gemütlichem Beisammensein mit Freunden prägt das Verlangen, die Biergärten aufzusuchen. Selbst der verregnete Sommer des vergangenen Jahres führte eher zu einer Verstärkung dieses Bedürfnisses. Ein Abend im Biergarten
wird von den knapp 200 befragten Personen als erholend und erfrischend angesehen, vor allem die gute Atmosphäre wird von den Besuchern geschätzt. Im Gegensatz dazu wird der Kneipenaufenthalt eher als anstrengend und
alltäglich empfunden. Auch im Vergleich zum Straßencafé hat der Biergarten entscheidende Vorteile. Der Kölner Sozialforscher stellt in seinen Umfrageergebnissen fest, daß der Biergarten mehr Natur und Grün bietet und
damit mehr Atmosphäre und Ruhe.
Die beliebtesten Biergärten in Köln sind nach der Studie der Stadtgarten an der Venloer Straße und der Biergarten im Volksgarten. Es folgen der Küppersbiergarten, der Biergarten am
Aachener Weiher und das Herbrands sowie das inzwischen geschlossene Bel Air. Der Stadtgarten führt die Liste als Treffpunkt junger Leute auch bezüglich der Bekanntheit an. Dies liegt nach Bauske wahrscheinlich daran,
daß jüngere Personen in der Untersuchung überrepräsentiert sind. Der Stadtgarten bietet neben seiner idyllischen Lage auch die Nähe zu sogenannten Szenegaststätten.
Auf die Frage, was die Bürger spontan mit dem
Biergartenbesuch assoziieren, so nennt fast die Hälfte der Befragten Bier vom Faß, für circa ein Drittel folgt direkt darauf gutes Wetter, Sommerstimmung und Bäume. Gibt man Antwortkategorien vor, so verbinden 74
Prozent Geselligkeit mit dem Biergarten. Entspannung, Bierdurst und Freizeit folgen bei rund 60 Prozent der Befragen. Bedingt durch die Abhängigkeit vom Wetter, sind die Besuchszeiten für den Biergarten anders als für
die Kneipe. Sie sind deutlich in den Nachmittag und den früheren Abend vorverlegt, während die Kneipe erst abends und gegen Mitternacht aufgesucht wird. Die Kölner Studie zeigt, daß dieses Besuchsverhalten kaum zwischen
Wochenende und Wochentag variiert. Die ursprüngliche Vermutung, daß man alleine in den Biergarten geht, um andere Menschen kennenzulernen, bestätigt sich nicht, denn weniger als 5 Prozent verfahren so. Fast die Hälfte
aller Besucher geht mit Bekannten oder Freunden aus. Es folgen Partner oder Familie und Arbeitskollegen.
Die Ergebnisse wurden in einer Forschungsübung gewonnen, die als standardisierte Befragung in den
Frühlingsmonaten durchgeführt wurde. Studenten der Betriebswirtschaftslehre, der Soziologie und der Sozialpsychologie erlernten auf diese Weise die Methoden empirischer Sozialforschung. 177 Kölner aller Altersklassen
wurden mündlich befragt. Die Geschlechterverteilung und die Altersstruktur der Kölner Bewohner sollten in der Stichprobe wiedergespiegelt werden. Allerdings war der Anteil jüngerer Personen mit höherem Bildungsstand bei
dieser Umfrage deutlich größer als der Querschnitt der Kölner Bevölkerung.
Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias